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Wieviel ist genug?

Links steht eine Frau, rechts sitzt ein Mann
Datum:
6. Okt. 2026
Von:
KLB Trier

Vortrag über die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltzerstörung

Im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung hat die Katholische Landvolkbewegung der Diözese Trier e. V. zu dem Vortrag „Wieviel ist genug“? nach Kyllburg eingeladen. Als Referenten konnte der Vorsitzende der KLB, Nikolaus Schmidt, Franziskanerpater Christoph Mingers, Direktor des Exerzitienhauses in St. Thomas begrüßen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen und welche Verantwortung wir für die Schöpfung und die kommenden Generationen tragen.

Ausgehend von der Schöpfungsgeschichte zeigte Pater Mingers auf: Gott schuf Himmel und Erde und den Menschen nach seinem Ebenbild. Er hat den Menschen die Erde anvertraut. Der Mensch soll sie bebauen und bewahren. Wir sind Verwalter, nicht Eigentümer. Doch der Mensch ging eigene Wege, hielt sich nicht an den von Gott geschaffenen Ordnungsrahmen. Die Vertreibung aus dem Paradies, die Sintflut waren die Folgen. 
Im weiteren Verlauf ging Pater Mingers auf unseren heutigen Lebensstil ein, der häufig von dem Grundsatz „immer mehr, immer weiter, immer schneller“ geprägt ist.  Wachstum, Wohlstand und Konsum bestimmen viele Bereiche unseres Lebens. Unser Lebensstil trägt mit dazu bei, dass die natürlichen Grenzen unserer Erde immer deutlicher sichtbar werden. Klimaveränderungen, extreme Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen zeigen, dass unser Umgang mit natürlichen Ressourcen Folgen hat.  Auch der Erdüberlastungstag macht diese Entwicklung deutlich. Für Deutschland wurde dieser im Jahr 2026 bereits am 10. Mai erreicht. Damit waren die Ressourcen, die innerhalb eines Jahres erneuert werden können, rechnerisch zu diesem Zeitpunkt bereits aufgebraucht. Für den Rest des Jahres leben wir ökologisch gesehen von der Substanz bzw. zu Lasten der Menschheit und der kommenden Generationen.

 „Es geht nicht ohne Verzicht“, betont Pater Mingers, auch wenn viele glauben, wir leben schon genügsam. Es ist nicht genug. Die notwendigen Veränderungen könnten weder Politik noch die Technik alleine bewältigen. Jeder Einzelne sei gefragt, Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Die Katastrophe im Ahrtal, der tagelange Brandgeruch im Sommer, brennende Wälder, extreme Dürre, all das seien Fingerzeige.

Gott hat uns diese Erde geschenkt und anvertraut. Dabei geht es auch um Gerechtigkeit. Jeder Mensch soll sein Auskommen haben, niemand soll benachteiligt werden, alle sollen genug zum Leben haben. Theoretisch ist das möglich.

Ein bewusster Umgang mit unseren Ressourcen und ein verantwortungsvoller Konsum sind wichtige Schritte auf diesem Weg.  Nicht die Vielfalt macht satt, sondern unser tägliches Brot, um das wir Gott Tag für Tag vertrauensvoll bitten.  Pater Mingers ermutigt u. a. dazu regionale und saisonale Produkte einzukaufen und damit gleichzeitig die heimische Landwirtschaft zu unterstützen und zu erhalten.

Die Veranstaltung regte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Nachdenken über die eigenen Bedürfnisse und den persönlichen Lebensstil an. Die zentrale Frage des Tages bleibt aktuell: Was brauchen wir wirklich für ein gutes Leben – und wann ist genug?