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KLB Trier bei Bruder Klaus in der Schweiz

Sonnenuntergang in den Bergen
Datum:
4. Aug. 2026
Von:
KLB Trier

Am 23. Juli machten sich 24 Teilnehmer auf den Weg nach Flüeli-Ranft zu Nikolaus von Flüe, dem Patron der Katholischen Landvolkbewegung. Mit dem Reisesegen und der Laudes von Pater Shaibin, dem geistlichen Begleiter der Wallfahrt, ging es los in Richtung Elsass. Unterwegs gab es ein 2. Frühstück mit Kaffee und Kuchen aus dem Bus. So gestärkt ging es durch Frankreich und ohne größere Staus erreichte die Gruppe gegen 16 Uhr Flüeli-Ranft oberhalb des Sarner Sees.

Unterwegs informierte bereits Pater Shaibin über das Leben und Wirken des Heiligen. Als Bergbauer, Familienvater, Ratsherr und Richter führte er ein ausgefülltes Leben, bevor er alle öffentlichen Ämter aufgab und die letzten 20 Lebensjahre als Eremit in der Melchaa-Schlucht verbrachte. Den Entschluss, Familie, Haus und Hof zu verlassen, fasste er erst, nachdem seine Frau Dorothee und die ältesten Kinder seiner Entscheidung zustimmten. Für viele Menschen – damals wie heute - ist dieser Entschluss nicht zu verstehen. Aber Bruder Klaus – wie er sich jetzt nannte, und seine Ehefrau wagten auf Gott vertrauend diesen Schritt. So wurde er zum Friedensstifter und Landespatron für die Schweiz.

Der 2. Wallfahrtstag stand ganz im Blick des Heiligen. In Sachseln besuchten die Teilnehmer das Grab des Heiligen und nahmen am Gottesdienst mit Reliquiensegen teil. Bei einer Führung am Nachmittag mit Besuch in der Pfarrkirche auf dem Flüeli, dem Geburtshaus und dem Wohnhaus, in dem Nikolaus von Flüe 20 Jahre mit seiner Familie lebte, ging es dann in den Ranft zur Klause, wo er 20 Jahre lang als Einsiedler ohne Nahrungsaufnahme lebte, und zum Ratgeber für viele Besucher wurde.

Bei einer Meditation in der Ranft-Kapelle hatten die Pilger Gelegenheit, über diesen Heiligen nachzudenken und sich zu fragen, wo ist mein Ranft, wo kann ich zur Stille komme, wo kann ich im Gebet Kraft finden für den oft mühsamen Weg im Alltag?

Am nächsten Tag ging es mit der Seilbahn nach Melchsee-Frutt in 2000m Höhe. Der Melchsee und der Tannensee, eingebettet in die Melchtaler-Alpen mit Blick auf den schneebedeckten Titlis bot Gelegenheit zum Wandern, zum Schauen und zur Einkehr.

Auf dem Rückweg besuchten die Pilger die 1928 im neubarocken Stil erbaute Wallfahrtskirche im Melchtal. Neben der Besichtigung der reich ausgestatteten Kirche, auch mit Bildern aus dem Leben des Heiligen vom Ranft, war Gelegenheit zum Gebet und zum Magnifikat: „Meine Seele preist die Größe des Herrn“.

Ein weiterer Ausflug lud die Pilger zu einer Pässefahrt ein. Am Sarner – und Lungern-See entlang ging es auf den Brünigpass und von dort hinunter in das Tal der Aare und zum Brienzer See.  Von dort ging wieder in großen Kehren hoch hinauf auf den Grimselpass. Am Grimselsee in 2000 m Höhe, überragt von einer grandiosen Bergwelt, konnten sich die Teilnehmer bei einem Picknick stärken, bevor es am Rhonegletscher vorbei zum Furkapass noch einmal auf 2429 m anstieg. Auf der Höhe liegt die europäische Wasserscheide: Die junge Rhone macht sich auf den Weg zum Mittelmeer während die Reus am Furkapass entspringt und in den Rhein mündet. Bei aller Schönheit der Bergwelt und der mächtigen Wasserfälle waren die Folgen des Klimawandels nicht zu übersehen und der damit verbundene massive Rückgang der Gletscher.

Beeindruckt von der großartigen Bergwelt, mit einem Loblied an den Schöpfer und mit Dank an die Busfahrerin für diese Alpenüberquerung, kehrte die Gruppe am Abend nach einem erfüllten Tag wieder nach Flüeli zurück.

Aufgrund der Wettervorhersage ging es am Sonntag nicht wie geplant zum Kloster Engelberg, sondern an den Zürich-See nach Rappoldswil. Das festliche Geläut von 7 Glocken der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer empfing die Teilnehmer an der großen Freitreppe vor der Kirche. Groß war die Überraschung für einige, denn der Priester war eine Frau. Aufgrund der Urlaubszeit nahmen die Pilger an einem Wortgottesdienst teil. Danach war Gelegenheit, den Schlosshügel, den Hirschgraben, die Rosengärten und vieles mehr anzuschauen, den Blick auf den Zürich-See zu genießen bzw. auf der mit 841 m längsten Holzbrücke der Schweiz über den See zu spazieren.

Auf dem Rückweg bot sich ein Abstecher an zum größten Wallfahrtsort der Schweiz, nach Maria Einsiedeln. Dort konnten die Wallfahrer an der Vesper der Benediktinermönche teilnehmen, dem Gesang der Mönche und als Höhepunkt dem mehrstimmigen „Salve Regina“ vor der Gnadenkapelle lauschen.

Der Montagvormittag führte die Gruppe nach Sarnen, der Kantonshauptstadt von Obwalden. Dorthin musste Niklaus von Flüe zu seinen Regierungsgeschäften. In Sarnen war Gelegenheit 2 Kirchen zu besuchen: Die mächtige barocke Pfarrkirche St. Peter und Paul oberhalb der Stadt mit Blick aus den Sarner See, mit dem terrassenartig angelegten Friedhof, und in der Nähe die moderne Kollegkirche der Benediktiner, schlicht und einfach und doch schön. Ein Abstecher führte noch hinauf nach Stalden am Glaubensberg, die engere Heimat Dorothee. Die Pfarrkirche zeigt eine harmonische Verbindung der alten Kirche mit dem Neubau.

Von dort ging es auf Wunsch vieler zur weithin sichtbaren Kapelle von St. Niklausen, in der schon Bruder Klaus zu seiner Zeit den Sonntagsgottesdienst besuchte. Sehenswert sind die Fresken im Chor, die Wandmalereien und die Decke in Kirchenschiff. In 100 Feldern erzählen die Bilder in Kürze die Geschichte des Alten und Neuen Testaments und zeigen viele bekannte Volksheilige.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Am Abend versammelten sich die Pilger in der Oberen Ranft-Kapelle zur Eucharistiefeier und zum Abschluss der Wallfahrt. Dieser letzte Tag schenkte allen noch ein besonderes Erlebnis: Während die Teilnehmer schweigend vom Ranft den steilen Weg nach oben gingen, leuchteten die Melchtaler-Alpen von der untergehenden Sonne angestrahlt in herrlichem Rot.

So gab es an allen Tagen vieles zu sehen und zu bestaunen, die Schönheit der Natur, die großartige Landschaft, die Berge und die Seen, die Gemeinschaft miteinander, der Austausch und die Gespräche. Dankbar konnte dies alles bei dem täglichen Morgenlob im Freien bzw. auf dem Heimweg am Abend mit einem Lied bzw. einem Impuls ins Gebet gebracht werden.

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