Kräutersegnung – ein uralter Brauch

Am 13. August lud die Katholische Landvolkbewegung der Diözese Trier e. V. zu einer Kräuterwanderung ein. Extreme Trockenheit und hohe Temperaturen führten dazu, dass die „Kräuterwanderung“ im Alte Pfarrhaus in Trier Tarforst stattfand.
Trotz Trockenheit konnte die Pflanzenexpertin Beate Stoff die beachtliche Vielfalt von 41 verschiedenen Würz- und Heilpflanzen. Sie informierte die interessierten Frauen über Namen, Inhaltsstoffe, Heilkraft und die vielseitige Verwendung dieser Pflanzen. Sie wies auch auf biologische Besonderheiten und Erkennungsmerkmale hin, denn nicht alle Pflanzen sind heilsam, es gibt auch einige vor denen gewarnt werden muss, wie z. B. Fingerhut.
In früherer Zeit waren diese Pflanzen oft die einzigen Heilmittel. Entsprechend wichtig war das Wissen über deren Inhaltsstoffe, Erntezeit und Verwendung. Dieses Wissen wurde vor allem in den Klöstern gepflegt und vertieft.
Zuvor berichtete Hildegard Frey von der KLB Trier über dieses Brauchtum. Die Tradition, auf dem Höhepunkt des Sommers Kräuter zu sammeln, zu Sträußen zu binden und sie in den Gottesdiensten um das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. Aug. segnen zu lassen, gehört mit zu den ältesten Bräuchen im Kirchenjahr. Bei diesem Brauch steht Lobpreis, Dank und Bewunderung für Gottes Schöpfung und die Bitte um die Fürsprache Marias im Vordergrund.
Anzahl und Art der Pflanzen im Krautwisch sind regional ganz verschieden. Traditionell werden um die Königskerze oder die Stockrose in der Mitte alle übrigen gesammelten Heilkräuter wie Schaftgarbe, Johanniskraut, Wegwarte, Leinkraut, Ackerschachtelhalm, Pfefferminze, Lavendel und vieles mehr gebunden. So stehen die Kräutersträuße mit ihrer Farbenpracht und dem Duft symbolisch für alles Schöne und Heilende in der Schöpfung. Gerade die extreme Trockenheit macht deutlich, wie sorgsam wir mit unseren Ressourcen umgehen müssen, wie gefährdet unsere Erde ist, die uns von Gott geschenkt und anvertraut ist und für deren Bewahrung wir verantwortlich sind. Wir dürfen dankbar wahrnehmen und auf das achten, was uns alles geschenkt ist.
Nach einer kleinen Segensfeier konnten diverse Kräuter wie Schafgarbe, Beifuß, Spitzwegerich, Brennnesselsamen sowie verschiedene Blüten verkostet werden. Insgesamt ein informativer Nachmittag, an dem die Schöpfung mit allen Sinnen wahrgenommen werden konnte.
